Wenn das teure Weinglas in die Brüche geht, die Schnecken wieder mal mein selbst vorgezogenes Gemüse gefressen haben und meine Freundin das Treffen kurzfristig absagt. Dann kann der Ärger schon mal hochkochen, obwohl ich genau weiss, dass das alles keine Katastrophe ist.
Zum Glück habe ich von den Dänen ihre Antistress Technik gelernt, und die kennt hier jedes Kind.
Sie heisst Pyt!
Pyt (ausgesprochen wie „Pütt“) heisst so viel wie „macht nichts“, „halb so wild“, „Schwamm drüber“. Aber es ist mehr als nur ein Wort. Es ist ein mentaler Stopp-Befehl. Und dafür gibt es sogar einen eigens erstellten Pyt-Knopf.
Der Pyt-Knopf funktioniert so:
In dem Moment, wo dich etwas Kleines nervt, das du ohnehin nicht ändern kannst, drückst du innerlich diesen Knopf. Oder wenn du einen Pyt-Knopf hast, (ein Ausdruck geht auch) haust du drauf. Und sagst dir damit:
„Ich akzeptiere, dass diese Situation blöd gelaufen ist. Aber ich weigere mich, meine Energie weiter daran zu verschwenden.“
Das ist keine Verdrängung. Das ist eine bewusste Entscheidung nicht im Ärger hängen zu bleiben, sondern weiter zu kommen. “Kom videre”, “komm weiter”, sagen die Dänen.
Anstatt dich ewig aufzuregen, zu lamentieren und dich oder andere mit negativen Bezeichnungen zu betiteln, unterbrichst du diese Reaktion bewusst und bewahrst dir deinen inneren Frieden und deine mentale Energie.
Der Pyt-Knopf ist genau dieses Unterbrechungs-Werkzeug.
Kein Zufall übrigens: Dänemark zählt Jahr für Jahr zu den glücklichsten Nationen der Welt. Ich bin überzeugt, dass die Pyt-Strategie einen grossen Anteil daran hat. Diese Fähigkeit, Kleines loszulassen und die Energie für das Wesentliche zu sparen. Das macht einen echten Unterschied.
Wann kannst du so ein Pyt-Knap gebrauchen?
Zum Beispiel:
Die teure Parkbusse.
Die kurzfristige Absage.
Das versalzene Abendessen.
Der zersplitterte Seitenspiegel.
Die unerwartete Zahnarztrechnung.
Wann nicht?
Bei echten Problemen, die eine Lösung brauchen. Bei Ungerechtigkeiten. Wenn persönliche Grenzen überschritten werden. Da ist Pyt zu wenig, da braucht es Handlung.
Deine Übung für diese Woche:
Stell dir einen grossen, roten Knopf vor oder drucke dir einen Pyt-Knap auf Papier aus.
Beim nächsten kleinen Alltagsfrust, drück ihn. Sag laut oder in Gedanken:
„Pyt!“
Und weiter.
Es ist eine der einfachsten Techniken für mentale Balance, die ich kenne. Und manchmal braucht es genau das, nicht mehr.
Ich wünsche dir eine entspannte Zeit :-)!

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