Wenn der Stress mehr ist als zu wenig Zeit und zu viele Aufgaben

Stress gehört für die meisten von uns zum Alltag – aber es gibt einen Unterschied zwischen dem Stress, der nach einem anstrengenden Tag wieder abklingt, und dem Stress, der bleibt. In diesem Artikel erfährst du, woran du merkst, dass hinter deinem Stress mehr steckt als „zu viel zu tun“ und „zu wenig Zeit“ – nämlich Glaubenssätze und Muster, die sich oft schon in der Kindheit angelegt haben. Und was du sowohl bei alltäglichem Stress als auch bei chronischer Überlastung konkret tun kannst.

Haarscharf an einem Burnout vorbeigeschrammt – und es nicht einmal gemerkt

Eigentlich lief es gut im Geschäft. Nach anderthalb Jahren in dieser Funktion fühlte ich mich sattelfest, hatte Erfolg mit meinen Kunden und positives Feedback von allen Zusammenarbeitspartnern.

Was keiner sah: dass ich jede Nacht stundenlang wach lag. Dass ich am Feierabend und am Wochenende an Lösungen für die Probleme meiner Kunden dachte. Dass ich morgens mit einem verkrampften Magen ins Büro fuhr.

Eines Morgens war der Krampf im Magen begleitet von Übelkeit, Zittern und Tränen. Ich rief meine Chefin an und meldete mich krank. Nach zwei Wochen Absenz verwies sie mich an den firmeninternen Psychologen.

Es waren nicht die vielen Aufgaben

Es war nicht die zu wenige Zeit. Ich hatte mich viel zu sehr in die Beziehung mit meinen Kunden eingelassen – emotional und persönlich. Ich hatte ihr Schicksal zu meinem Schicksal gemacht. Ich hatte mir die ganze Verantwortung auf meine Schultern gepackt und dabei ihre eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen übersehen, vergessen.

Dazu kam der mangelnde Einsatz anderer verantwortlicher Abteilungen, die unzulänglichen und einschränkenden Gesetzesregelungen. Ich hatte das Gefühl, gegen Windmühlen zu kämpfen – ein Schritt vorwärts, zwei zurück. Wut, Hoffnungslosigkeit, Ungerechtigkeit, Kampfgeist und Resignation, alles gleichzeitig.

Warum es so weit kommen konnte. Dahinter steckten Glaubenssätze wie:

  • Ich muss es alleine schaffen.
  • Ich darf niemanden im Stich lassen.
  • Wenn ich nicht helfe, hilft niemand.
  • Ich muss stark sein.
  • Ich muss schnell sein.
  • Ich darf niemanden enttäuschen.

Ich bin meiner damaligen Chefin heute noch dankbar, dass sie sofort reagiert hat – auch wenn mein erster Gedanke war: „Zum Psychologen? Sicher nicht ich!“ Ich war dann zwar nur zweimal dort, weil ich für mich besser funktionierende Methoden wie zum Beispiel die Kinesiologie gewählt habe. Aber diese Ernsthaftigkeit in ihrer Reaktion hat mich aufgeweckt und die Handbremse ziehen lassen. Ich selbst hatte nicht realisiert, wie nahe ich einem Burnout war. Dieser Aussenblick war nötig, damit ich mich nicht weiter mit dem Satz „ich schaff das schon“ gepusht habe.

Heute bin ich achtsam und fürsorglich mit mir und handle umgehend, wenn erste Anzeichen von Stress auftreten. Und ich habe viele Techniken, um den alltäglichen Stress direkt aufzulösen – damit er sich gar nicht erst zum Anfang eines Burnouts entwickeln kann.

ein Strandspaziergang hilft immer

Der ganz normale Alltagsstress

„Ich bin gestresst“, sagen wir so leichthin, als würden wir über das aktuelle Wetter berichten.

„Der Chef, der Kunde hat mich gestresst.“ „Der Verkehr, die Steuernachzahlung stresst mich.“ „Die vielen Leute im Geschäft, die Schlange an der Kasse stressen mich.“

Wir finden sicher jeden Tag etwas, das uns stresst. Das ist erst einmal kein Problem – solange der Stress nach Ende des Ereignisses wieder abschwillt und verschwindet.

Was du bei „einfachem“ Stress tun kannst:

  • Mental: Denk bewusst an etwas anderes. Erinnere dich an eine schöne Begegnung, ein freudiges Erlebnis, einen erholsamen Urlaub – und schon hast du dich mental aus der stressigen Situation herausgebeamt.
  • Emotional: Positive Gedanken erzeugen positive Gefühle. Sofort.
  • Körperlich: Geh raus in die Natur, schau hoch in den Himmel, bewege deinen Körper.

Auf meinem Blog findest du 10 Antistresstechniken – von der Natur über Singen, Stricken, Neurographik, Atmen und mehr.

Wenn du den alltäglichen Stress nicht mehr in den Griff kriegst

Stress. Gedankensturm. Wildes Meer.
Sturm zieht auf

Der Klumpen im Magen, der Druck auf der Brust, die Schlafprobleme, die nicht mehr verschwinden. Das Gefühl, ständig im roten Bereich zu laufen. Die kurzen Erholungen, die gerade nur die Spitze des Eisbergs zum Schmelzen bringen und etwas Erleichterung verschaffen.

Wenn die Herausforderungen anhalten, stecken hinter dem Stress mehr als nur „zu viel zu tun“ oder „zu wenig Zeit“ – nämlich negative Emotionen und Gedanken. Sich ständig wiederholende Gedanken werden zu Mustern, Glaubenssätzen, Überzeugungen und inneren Sabotageprogrammen. Und die ändert man typischerweise nicht einfach, indem man an etwas Positives denkt, denn oft sind sie bereits in der Kindheit angelegt worden. Und sie kommen wieder.

In meiner Praxis erlebe ich, dass meine Klientinnen lange Zeit mit schweren Emotionen wie Wut und Scham oder mit negativen Gedankenmustern wie Zweifel und Selbstkritik leben – bis der Stress so belastend geworden ist, dass sie ihn selbst nicht mehr lösen können.

Meist stehen wir uns selbst im Weg und erkennen nicht, welche überzogenen Erwartungen, mentalen Konstrukte und Prägungen uns so weit in die Bredouille gebracht haben. Der bekannte blinde Fleck.

Bevor ein „kleiner“ Stress zu grossem Druck wird, rate ich dir zu täglichen, kurzen Antistress-Massnahmen. Nach dem Motto: „Kleine Kinder, kleine Probleme. Grosse Kinder, grosse Probleme.“

Wenn der Stress aber über mehrere Wochen und Monate nicht nachlässt, wenn sogar Symptome wie Zittern, Weinen, Wutausbrüche und schwere Schlafprobleme dazukommen, dann musst du sofort die Handbremse ziehen.

Wenn du nicht zu dir selbst schaust, tut es niemand. Das ist deine Verantwortung.

Als integrative Kinesiologin habe ich mich zum PSYCH-K® Master Facilitator weitergebildet und staune immer wieder, wie leicht und treffsicher wir hinderliche Glaubenssätze aufdecken und stressende Situationen balancieren können. Eine PSYCH-K®-Sitzung kannst du bequem online von deinem Sofa aus machen.


Wer schreibt hier?

Hej, ich bin Sandra. 2016 habe ich mir einen grossen Traum erfüllt und bin alleine nach Dänemark ausgewandert.

Als Karriere-, Führungs- und Persönlichkeitscoach, Ausbilderin und Kinesiologin unterstütze ich Menschen in der Mitte des Lebens bei beruflichen und privaten Veränderungen und Neustarts. Aus der Krise in die Kraft.

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  • Deine Talente und Kompetenzen zu kennen und zu stärken
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